Zahl des Monats: +1,5 %
unselbständig Aktivbeschäftigte Bezirk Graz-Umgebung (2023).

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Regionsprofile 10.2023

Als Ergänzung zur Datenbereitstellung durch das WIBIS-Portal werden im Rahmen von Regionsprofilen die wirtschaftlichen Eckdaten des Landes und seiner Bezirke sowie NUTS-3-Region analytisch und in einer verdichteten Form aufgearbeitet. Diese komprimierte Darstellung beinhaltet je Region ein layoutiertes Deckblatt, welches wesentliche Informationen zur jeweiligen Region in kurzer und prägnanter Form darstellt, sowie eine dreiseitige textliche Analyse zu den wesentlichsten Indikatoren.

Die Regionsprofile (pdf), bestehend aus einem Factsheet und einem Textteil wurden mit Datenstand April 2023 erstellt. Die Tabellenanhänge (xlsx und pdf) wurden mit Datenstand Oktober 2023 aktualisiert.
Der pdf-Tabellenanhang beinhaltet zudem auch ein aktualisiertes Factsheet.

Steiermark

Regionsprofile / Berichte
Datenstand: 26.04.2023
Regionsprofile / Daten
Datenstand: 30.10.2023
Landesprofil Steiermark (AT22) Bericht
(PDF, 686 KB)
Landesprofil Steiermark (AT22) Daten
(PDF, 927 KB) (XLSX, 399 KB)

Bezirke

Regionsprofile / Berichte
Datenstand: 26.04.2023
Regionsprofile / Daten
Datenstand: 30.10.2023
Bezirksprofil Graz (Stadt) (B601) Bericht
(PDF, 718 KB)
Bezirksprofil Graz (Stadt) (B601) Daten
(PDF, 860 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Deutschlandsberg (B603) Bericht
(PDF, 750 KB)
Bezirksprofil Deutschlandsberg (B603) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Graz-Umgebung (B606) Bericht
(PDF, 740 KB)
Bezirksprofil Graz-Umgebung (B606) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 454 KB)
Bezirksprofil Leibnitz (B610) Bericht
(PDF, 729 KB)
Bezirksprofil Leibnitz (B610) Daten
(PDF, 838 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Leoben (B611) Bericht
(PDF, 724 KB)
Bezirksprofil Leoben (B611) Daten
(PDF, 858 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Liezen (B612) Bericht
(PDF, 749 KB)
Bezirksprofil Liezen (B612) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 453 KB)
Bezirksprofil Murau (B614) Bericht
(PDF, 727 KB)
Bezirksprofil Murau (B614) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Voitsberg (B616) Bericht
(PDF, 709 KB)
Bezirksprofil Voitsberg (B616) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 452 KB)
Bezirksprofil Weiz (B617) Bericht
(PDF, 719 KB)
Bezirksprofil Weiz (B617) Daten
(PDF, 858 KB) (XLSX, 453 KB)
Bezirksprofil Murtal (B620) Bericht
(PDF, 728 KB)
Bezirksprofil Murtal (B620) Daten
(PDF, 859 KB) (XLSX, 453 KB)
Bezirksprofil Bruck-Mürzzuschlag (B621) Bericht
(PDF, 746 KB)
Bezirksprofil Bruck-Mürzzuschlag (B621) Daten
(PDF, 860 KB) (XLSX, 453 KB)
Bezirksprofil Hartberg-Fürstenfeld (B622) Bericht
(PDF, 720 KB)
Bezirksprofil Hartberg-Fürstenfeld (B622) Daten
(PDF, 861 KB) (XLSX, 453 KB)
Bezirksprofil Südoststeiermark (B623) Bericht
(PDF, 727 KB)
Bezirksprofil Südoststeiermark (B623) Daten
(PDF, 837 KB) (XLSX, 452 KB)

NUTS-3-Regionen

Regionsprofile / Berichte
Datenstand: 26.04.2023
Regionsprofile / Daten
Datenstand: 30.10.2023
NUTS-3-Profil Graz (AT221) Bericht
(PDF, 691 KB)
NUTS-3-Profil Graz (AT221) Daten
(PDF, 850 KB) (XLSX, 435 KB)
NUTS-3-Profil Liezen (AT222) Bericht
(PDF, 694 KB)
NUTS-3-Profil Liezen (AT222) Daten
(PDF, 851 KB) (XLSX, 435 KB)
NUTS-3-Profil Östliche Obersteiermark (AT223) Bericht
(PDF, 698 KB)
NUTS-3-Profil Östliche Obersteiermark (AT223) Daten
(PDF, 845 KB) (XLSX, 416 KB)
NUTS-3-Profil Oststeiermark (AT224) Bericht
(PDF, 691 KB)
NUTS-3-Profil Oststeiermark (AT224) Daten
(PDF, 1 MB) (XLSX, 416 KB)
NUTS-3-Profil West- und Südsteiermark (AT225) Bericht
(PDF, 690 KB)
NUTS-3-Profil West- und Südsteiermark (AT225) Daten
(PDF, 1 MB) (XLSX, 416 KB)
NUTS-3-Profil Westliche Obersteiermark (AT226) Bericht
(PDF, 696 KB)
NUTS-3-Profil Westliche Obersteiermark (AT226) Daten
(PDF, 846 KB) (XLSX, 415 KB)

Landesprofil Steiermark (AT22)

Datenstand: 26.04.2023

In aller Kürze

  • Die Steiermark ist eine der europäischen Regionen mit einer hochentwickelten, international orientierten Industrie sowie einer Spezialisierung im Bereich wissensintensiver, industrienaher Dienstleistungen. Die Steiermark ist stark exportorientiert, die relevantesten Exportgüter sind Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und Anlagen sowie elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse.
  • Die steirische, wie auch die gesamtösterreichische Wirtschaft, konnte sich im Jahr 2022, trotz wirtschafts- und geopolitischer Unsicherheiten aufgrund des Ukrainekriegs, weiter von den COVID-19-bedingten Wirtschaftseinbrüchen der Vorjahre erholen. Insbesondere am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine deutliche Erholung ab. Das Beschäftigungsniveau lag 2022 um +3,0 % über dem Vorkrisenniveau von 2019.
  • Mit 5,14 % (2019) weist die Steiermark die höchste F&E-Quote  aller österreichischen Bundesländer auf und liegt damit auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Die hohe F&E-Quote der Steiermark wird sowohl vom öffentlichen Sektor als auch vom Unternehmenssektor getragen. Damit weist die Steiermark umfassende Stärken sowohl in der Grundlagenforschung als auch der angewandten F&E auf.

Allgemeine Beschreibung

Die Steiermark kann auf eine sehr lange industrielle Tradition zurückblicken und ist gegenwärtig eines der besonders F&E- und exportorientierten Bundesländer Österreichs. Schon früh bildete sich eine grundstoffgeprägte Industrie vor allem im Bereich der Eisen- und Stahlerzeugung entlang der Flussläufe heraus. Mit der Gründung der Technischen Hochschule im Jahr 1811 durch Erzherzog Johann wurden die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung im technisch-naturwissenschaftlichen Ingenieursbereich, also jenem Wirtschaftsbereich, der die Steiermark heute wie kaum ein anderer prägt, geschaffen.

In den 1970er- und 1980er-Jahren war die Wirtschaftsstruktur der Steiermark, vor allem der Obersteiermark, durch große verstaatlichte Unternehmen gekennzeichnet. Infolge einer internationalen Eisen- und Stahlmarktkrise kam es zum Umbruch der verstaatlichten Industrie in der Steiermark. Restrukturierungen, Investitionen und eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik konnten die internationale Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen. Die Steiermark ist heute Weltmarktführer in Nischen des Qualitätssegmentes, unter anderem in der Herstellung von Eisenbahnschienen, Bahnsystemen, hochwertigen Stahlprodukten, Fahrzeugen und Maschinen. Neben den technologieintensiven Kernbereichen der steirischen Industrie treiben die wissensintensiven, unternehmensbezogenen Dienstleistungsunternehmen die steirischen F&E-Aktivitäten. Die Steiermark weist heute die mit Abstand höchste F&E-Quote unter den österreichischen Bundesländern auf, die sowohl von Unternehmen als auch von öffentlichen Institutionen wie Universitäten getragen wird.

Bevölkerung

Topografisch grenzt die Steiermark nördlich an die Zentralalpen. Vor allem die Bezirke Liezen, Murau und Murtal sind durch die Niederen Tauern hochalpin geprägt. Im Süden gehen die Alpen in das Alpenvorland über. Hier prägen das weststeirische und oststeirische Hügelland das Landschaftsbild.

Am 01.01.2022 lebten 1.252.922 Menschen bzw. 14,0 % der österreichischen Wohnbevölkerung in der Steiermark. Die Landeshauptstadt Graz (292.630 Einwohner) und der Bezirk Graz-Umgebung (160.412 Einwohner) sind die Siedlungsschwerpunkte. Die Bevölkerungsdichte bezogen auf den Dauersiedlungsraum (d.h. Wohnbevölkerung pro km² Dauersiedlungsraum) war im Jahr 2022 mit 240 Einwohnern je km² die fünfthöchste unter den österreichischen Bundesländern (Österreich: 276 Einwohner je km² Dauersiedlungsraum). Lediglich 32 % der Fläche wurden 2022 als Dauersiedlungsraum genutzt, die Steiermark ist besonders waldreich (Österreich: 39 %) (vgl. Statistik Austria, 2022).

Die Steiermark war bis 1970 eine demografische Wachstumsregion, danach stagnierte die Zahl der Einwohner. Seit 2001 lässt sich wieder ein leichtes Wachstum beobachten. Zwischen 2018 und 2022 betrug das Bevölkerungswachstum im Durchschnitt +0,3 % jährlich (Rang 8 unter den österreichischen Bundesländern). Innerhalb der Steiermark zeigten sich jedoch deutliche regionale Disparitäten. Das Bevölkerungswachstum konzentrierte sich auf den steirischen Zentralraum sowie die angrenzenden Bezirke Leibnitz, Weiz und Deutschlandsberg (vgl. Statistik Austria, 2022).

Das Bevölkerungswachstum basiert stark auf Zuwanderung. Die Geburten-Sterbe-Bilanz war zwischen 2017 und 2021 mit -10.408 Einwohnern bzw. -1,7 je 1.000 Einwohner negativ, die Wanderbilanz mit +4,2 je 1.000 Einwohner hingegen deutlich positiv. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung lag im Jahr 2022 deutlich unter dem gesamtösterreichischen Durchschnitt, wobei hier hauptsächlich Wien (32,2 %) für den höheren Österreichwert verantwortlich ist (Steiermark: 12,4 %, Österreich: 17,7 %) (vgl. Statistik Austria, 2022).

Im Hinblick auf die demografische Struktur weist die Steiermark eine ältere Bevölkerung als der Österreichschnitt auf. Im Jahr 2022 waren 21,0 % der steirischen Bevölkerung 65 Jahre und älter (Österreich: 19,4 %), hingegen lag der Anteil der Personen bis 19 Jahre in der Steiermark bei 18,1 % (Österreich: 19,3 %). Bis 2040 wird ein weiterer Anstieg der 65-jährigen und älteren Personen prognostiziert, mit 28,7 % bleibt die Steiermark damit etwas über dem Österreichwert (26,1 %). Auch für die jüngere Bevölkerung wird eine Zunahme prognostiziert, während der Anteil der Personen zwischen 20 und 64 Jahren rückläufig eingeschätzt wird (2040 Steiermark: 54,3 %, Österreich: 55,6 %) (vgl. Statistik Austria, 2022).

Die Wohnbevölkerung der Steiermark zwischen 25 und 64 Jahren ist vergleichsweise gut gebildet. 2020 verfügten nur 15,0 % der Personen maximal über einen Pflichtschulabschluss (Österreich: 17,5 %). Überdurchschnittlich vertreten waren Personen mit einem Lehrabschluss oder der Meisterprüfung als höchster Ausbildung (37,8 %, Österreich: 33,0 %). Der Anteil der Personen mit Fachschulabschluss entsprach mit 14,2 % dem Österreichschnitt (14,2 %). 15,5 % verfügten über eine Matura bzw. einen Kollegabschluss (Österreich: 16,2 %) als höchsten Abschluss. Der Anteil der Personen mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss war mit 15,4 % leicht unterdurchschnittlich (Österreich: 17,0 %) (vgl. Statistik Austria, 2022).

Das Einkommensniveau in der Steiermark lag im Jahr 2021 leicht unter dem österreichischen Durchschnitt, das Bruttomedianeinkommen betrug 2.859 € (Österreich: 2.898 €). Im Bundesländervergleich entsprach dies dem vierthöchsten Wert. Höhere Bruttomedianeinkommen fanden sich in den noch stärker industriell geprägten Bundesländern Vorarlberg (3.073 €) und Oberösterreich (3.002 €) sowie in der Bundeshauptstadt Wien (2.978 €) mit ihrer Funktion als Headquarter-Standort sowie der Konzentration der Bundesverwaltung (vgl. DVSV, 2022).

Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede in der Steiermark sind vergleichsweise groß. Männer verdienten im Jahr 2021 im Median 3.277 € (Österreich: 3.317 €, Rang 5), Frauen 2.260 € (Österreich: 2.356 €, Rang 6) (vgl. DVSV, 2022). Zwei wesentliche Faktoren kommen hier zum Tragen: zum einen der hohe Beschäftigungsanteil der Männer in der Industrie, wo überdurchschnittlich gut bezahlt wird, zum anderen sind Frauen vermehrt in Teilzeit beschäftigt.

Weite Teile der Steiermark sind verkehrstechnisch relativ gut erschlossen, auch wenn im Vergleich zu anderen hochentwickelten Industrieregionen Europas, aufgrund der alpinen Randlage der Steiermark, im Hinblick auf die Erreichbarkeit noch Aufholbedarf besteht. Im Individualverkehr führt die Pyhrn Autobahn A9 in Richtung Oberösterreich und Slowenien. Klagenfurt und Italien wie auch die urbanen Agglomerationen in Niederösterreich und Wien sind über die Süd Autobahn A2 gut erreichbar. Die Semmering Schnellstraße S6 sowie die Murtal Schnellstraße S36 erschließen auf weiten Teilen das Mur-Mürz-Tal und geben Anschluss an Wien. Mit dem Bau des Semmering-Basistunnels und der Koralmbahn liegt die Steiermark in Zukunft an der neuen Verkehrsachse des baltisch-adriatischen Korridors mit einer deutlichen Verbesserung der öffentlichen Erreichbarkeit der Bundesländer Kärnten, Niederösterreich und Wien. Im europäischen und auch nationalen Vergleich sind die Erreichbarkeitsverhältnisse in der Steiermark sowohl im Bahn- als auch im Individualverkehr nach wie vor unterdurchschnittlich (EK 2023).

Arbeit

Im Jahresdurchschnitt 2022 wurden in der Steiermark 535.906 unselbstständig Beschäftigte und somit ein Anteil von 13,9 % an der österreichischen Aktivbeschäftigung gezählt. Die Arbeitsplatzdichte entsprach mit 42,8 Arbeitsplätzen je 100 Einwohner dem österreichischen Durchschnitt (42,8). Die Wirtschaftsstruktur ist traditionell vom Produktionssektor geprägt, welchem 2022 30,5 % aller Beschäftigungsverhältnisse zugeordnet werden konnten. 21,2 % der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den Technologiebereich im Produktionssektor. Das wissensintensive Segment der unternehmensbezogenen Dienstleister, welches u.a. F&E- sowie technische Dienstleistungen umfasst, ist ebenfalls von wesentlicher Bedeutung für den Standort. 68,5 % der Beschäftigten waren im Dienstleistungssektor tätig, auf die Land- und Forstwirtschaft entfielen 1,1 % der Aktivbeschäftigten (vgl. DVSV, 2023).

Zwischen 2018 und 2022 stieg die Aktivbeschäftigung in der Steiermark im Durchschnitt um +1,1 % pro Jahr an (Österreich: +1,2 % p.a.). Die Beschäftigungsdynamik zeigte sich in den letzten Jahren somit leicht unterdurchschnittlich, wobei Frauen mit +1,2 % p.a. ein leicht höheres Wachstum aufwiesen als Männer mit +1,1 %. Das höchste Beschäftigungswachstum seit 2018 wurde in der Steiermark im Jahr 2018 verzeichnet (+3,2 %). 2022 wurden im Jahresdurchschnitt um +2,4 % bzw. um +12.665 mehr Beschäftigungsverhältnisse als 2021 gezählt (Österreich: +3,0 %). Das Beschäftigungsniveau übertraf das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 um +3,0 % (Österreich: +3,3 %) (vgl. DVSV, 2023).

Die positive Beschäftigungsdynamik im Jahr 2022 war auf positive Entwicklungen sowohl im produzierenden Bereich (+2,5 %) als auch im Dienstleistungssektor (+2,4 %) zurückzuführen. Mehr als zwei Drittel (68,8 %) des gesamten Beschäftigungszuwachses waren dem Dienstleistungssektor, und 30,9 % dem sekundären Sektor, zuzurechnen. Im Produktionssektor war die Warenherstellung (+2,6 %) für die größten Zuwächse verantwortlich. Im Bereich der Dienstleistungen wuchsen insbesondere die Beherbergung und Gastronomie (+12,0 %) sowie IKT-Dienstleistungen (+6,6 %) (vgl. DVSV, 2023).

Im Bereich Herstellung von Waren, einem Teilbereich des Produktionssektors, waren im Jahr 2022 in Summe 21,2 % der in der Steiermark unselbstständig Beschäftigten tätig. Regionale Spezialisierungen fanden sich in den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik (3,3 % der unselbstständig Beschäftigten in der Steiermark), Fahrzeugbau (2,9 %), Maschinenbau (2,8 %), Herstellung von Metallerzeugnissen (2,2 %) sowie Nahrungs- und Futtermittelerzeugung (2,1 %) (vgl. DVSV, 2023).

Die Pendelbeziehungen über die Bundeslandgrenzen hinweg sind in der Steiermark mäßig ausgeprägt. Dennoch besteht in den östlichen Bezirken der Steiermark eine gewisse Auspendelbeziehung mit Wien und Niederösterreich. Umgekehrt ziehen diese Bezirke verstärkt Einpendler aus dem Burgenland an. Im Bezirk Liezen wird teilweise nach Oberösterreich ausgependelt. Innerhalb der Steiermark ist ein hohes Pendelaufkommen rund um den und im Grazer Zentralraum selbst zu erkennen. Zudem wird in den Bezirken entlang der Mur-Mürz-Furche gependelt. Mit der Fertigstellung der Koralmbahn kann in Zukunft auch mit einem erhöhten Pendelaufkommen zwischen der Steiermark und Kärnten gerechnet werden (vgl. Statistik Austria, 2022).

Vor dem Hintergrund eines Aufholprozesses nach den Krisenjahren 2020 und 2021 ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen in Österreich im Jahr 2022 deutlich zurück. Diese sank um -20,7 % oder -68.620 auf einen Jahresdurchschnittsbestand von 263.121. Alle Bundesländer trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Die Steiermark verzeichnete einen Rückgang von -19,0 % oder -7.052 an vorgemerkten Arbeitslosen (Jahresdurchschnitt: 30.127). Das war der sechststärkste relative Rückgang aller Bundesländer. Tirol (-36,4 %) und Salzburg (-32,4 %) verzeichneten die größten Rückgänge. In Wien (-17,2 %), im Burgenland (-17,5 %) und in Kärnten (-18,9 %) wurden die geringsten Rückgänge verzeichnet. Die Zahl der Arbeitslosen 2022 war zuletzt im Jahr 2000 so niedrig (vgl. AMS, 2023).

Sowohl bei Männern (-17,4 %, Österreich: -18,7 %) als auch bei Frauen (-20,9 %, Österreich: -23,0 %) kam es zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der Rückgang der Arbeitslosen betraf ohne Ausnahme alle Bildungsniveaus. Der Anteil an vorgemerkten Arbeitslosen mit Lehre oder Meisterprüfung als höchste Ausbildung betrug im Jahr 2022 34,4 % (Österreich: 29,6 %), der Anteil mit maximal Pflichtschule lag bei 43,6 % (Österreich: 44,6 %), der Anteil mit einer universitären Ausbildung betrug 7,0 % (Österreich: 8,3 %) (vgl. AMS, 2023).

Die Arbeitslosenquote sank in der Steiermark im Jahr 2022 um -1,3 %-Punkte auf 5,2 % (Österreich: 6,3 % bzw. -1,7 %-Punkte). Niedrigere Arbeitslosenquoten fanden sich nur in Salzburg (3,7 %), Oberösterreich (4,0 %) und Tirol (4,0 %) (vgl. AMS, 2023).

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur der Steiermark ist durch Großbetriebe geprägt. Im Jahr 2022 arbeiteten in Summe 42,0 % der unselbstständig Beschäftigten in Betrieben mit mindestens 250 Beschäftigten. In Mittelbetrieben (50–249 Beschäftigte) waren 21,2 % tätig, in Kleinbetrieben (10–49 Beschäftigte) 22,0 % und in Kleinstbetrieben (1–9 Beschäftigte) 14,8 %. Die größten Industrieunternehmen des Bundeslandes sind: MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik, AVL List GmbH, KNAPP, voestalpine BÖHLER Edelstahl und MAGNA Powertrain.

Mit 5,14 % wies die Steiermark im Jahr 2019 (letztverfügbare Daten) die mit Abstand höchste F&E-Quote unter den österreichischen Bundesländern auf und lag auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld (vgl. Statistik Austria, 2022). Die hohe Quote an F&E-Ausgaben gemessen am BRP wird sowohl vom öffentlichen als auch vom Unternehmenssektor getrieben. Die zweithöchste F&E-Quote der österreichischen Bundesländer wies Wien mit 3,67 % auf. Die Innovationskraft der Steiermark liegt zudem deutlich über dem europäischen Durchschnitt (EK 2023).

Die Steiermark ist mit gesamten Warenexporten in der Höhe von € 25,7 Mrd. und einer Exportquote von 50 % (2021) ein stark exportorientiertes Bundesland. Lediglich Oberösterreich (61 %) und Vorarlberg (61 %) wiesen 2021 höhere Exportquoten auf. Die Exportquote Gesamtösterreichs betrug 41 %. Die wichtigsten Exportgüter der Steiermark im Jahr 2021 waren Beförderungsmittel (28,6 %), Maschinen, Apparate und elektrotechnische Waren (20,9 %) sowie Unedle Metalle und Waren daraus (15,8 %) (vgl. Statistik Austria, 2022).

Im Jahr 2022 verzeichnete die Steiermark 5.907 registrierte Gründungen (-4,6 % gegenüber dem Vorjahr). Die Zahl der Gründungen ohne Personenbetreuer sank um -4,2 % auf 4.736. Die Zahl der Gründungen bei den selbstständigen Personenbetreuern reduzierte sich um -6,2 % auf 1.171. Die Gründungsintensität betrug 4,7 Gründungen je 1.000 Einwohner (Rang 2 unter den österreichischen Bundesländern, Österreich: 4,4 Gründungen je 1.000 Einwohner). Ohne die selbstständige Personenbetreuung wies die Steiermark eine Gründungsintensität von 3,8 Gründungen je 1.000 Einwohner auf (Rang 7 unter den österreichischen Bundesländern, Österreich: 3,9). Die Gründungsintensität ohne Personenbetreuung nahm im vergangenen Jahr leicht ab (Gründungsdaten 2022 vorläufig, WKO, 2023).

Die Steiermark verfügt über ein breites touristisches Angebot. Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle, jedoch nicht vergleichbar mit den besonders tourismusintensiven Bundesländern Tirol und Salzburg. Dies verdeutlicht ein Blick auf die Nächtigungsdichte, die 2022 mit 10,4 Nächtigungen je Einwohner (Österreich: 15,2) deutlich unter dem Niveau von Tirol (rd. 59 Nächtigungen je Einwohner), Salzburg (48), Kärnten (23) und Vorarlberg (21) lag. Der Tourismus konzentriert sich in der Steiermark auf einige Teilregionen: der Wintertourismus auf die Bezirke Liezen und Murau, der Thermen- und Kurtourismus auf die Oststeiermark,  Graz ist Destination für Städte- und Kongress-, aber auch Dienstreisen, die Südsteiermark punktet mit Landschaft und Kulinarik. Aufgrund dieser unterschiedlichen Ausrichtung entwickelte sich der Tourismus auch sehr unterschiedlich. Im Kalenderjahr 2022 konnten die Wintersportdestinationen Murau (+68,8 %) und Liezen (+68,0 %) die Nächtigungen am stärksten ausweiten, was auf das fast gänzliche Ausfallen der Wintersaison 2020/2021 und dementsprechend hohe Wachstumsraten im Vergleich zum Jahr 2021 zurückzuführen ist. Liezen erreichte 2022 knapp das Vorkrisenniveau, Murau knapp 90 % davon. Im Bezirk Leibnitz hingegen stieg die Zahl der Nächtigungen 2022 um nur +8,5 %, das Vorkrisenniveau wurde jedoch um +12 % übertroffen (vgl. Statistik Austria, 2023).

Im Jahr 2022 wurden 13.014.627 touristische Nächtigungenin der Steiermark gezählt. Somit entfielen 9,5 % aller österreichischen Nächtigungen auf die Steiermark. Traditionell überwiegt der Sommertourismus (2022: 62,4 % der Nächtigungen, Österreich: 59,6 %), die Steiermark ist insbesondere Ziel inländischer Gäste (2022: 59,2 %). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war mit 3,2 Tagen je Aufenthalt leicht unterdurchschnittlich (Österreich: 3,4). Die Bettenauslastung in Hotels oder ähnlichen Betrieben lag mit 34,9 % etwa im Durchschnitt (Österreich: 37,1 %) (vgl. Statistik Austria, 2023).

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